
Vertrauen ist gut, sichere Kommunikation ist besser
Die deutsch-kanadische Digitalallianz zeigt: Digitale Souveränität verlangt nicht nach einzelstaatlicher Autarkie, aber auf jeden Fall nach einer sicheren Kommunikationsplattform.
Zwei Kontinente, eine digitale Zwickmühle: Deutschland und Kanada befinden sich in wachsenden digitalen Abhängigkeiten. US-Hyperscaler bauen ihre Cloud-Monopole aus, China und Taiwan behaupten ihre Vorherrschaft bei Halbleitern und Hardware. Parallel intensivieren Russland und China ihre Cyberangriffe
In dieser Gemengelage können Mittelmächte wie Deutschland und Kanada digitale Souveränität schon lange nicht mehr autark erreichen. Deshalb ist die neue Digitalallianz zwischen Berlin und Ottawa mehr als Diplomatie. Der Schulterschluss am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz ist strategische Zukunftspolitik.
Stärken Bündeln, Synergien nutzen
Deutschland und Kanada wollen bei Künstlicher Intelligenz, digitaler Infrastruktur und Zukunftstechnologien enger zusammenarbeiten. Beide Länder bringen dafür komplementäre Stärken ein. Deutschland verfügt über eine starke Industrie und viel Erfahrung mit angewandter KI, etwa in der Robotik. Kanada gehört seit Jahren zu den weltweit führenden Standorten für Deep-Learning-Forschung.
Das Vertrauen in die jeweiligen Stärken und der geplant enge Austausch zeigen: Die digitale Zukunft demokratischer Staaten entscheidet sich nicht allein daran, wer die besten Technologien entwickelt und für sich zu nutzen weiß. Sie entscheidet sich auch daran, ob und wie verlässlich Staaten ihre Stärken mit Partnern teilen. Digitale Souveränität ist kein rein nationales Anliegen. Sie muss auch als gemeinsame Aufgabe vertrauenswürdiger Partnerstaaten verstanden werden.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit braucht sichere Kommunikation
Je enger Staaten bei KI, digitaler Infrastruktur und Schlüsseltechnologien zusammenarbeiten, desto sensibler werden naturgemäß die Informationen, die sie austauschen. Dann braucht Vertrauen eine technische Grundlage. Denn digitale Souveränität lässt sich gerade in zwischenstaatlicher Kooperation nur erreichen, wenn auch ihr sensibelster Bereich souverän bleibt – das Gespräch selbst.
Für die Allianz ist eine gemeinsame Kommunikations- und Kollaborationsplattform also unerlässlich. Sie schafft einen digitalen Schutzraum für hochsensible Forschungsdaten zu KI und Quantentechnologie. So schützt sie vor Wirtschaftsspionage und vor dem Zugriff unbefugter Drittstaaten. Souveräne Verschlüsselung und lokale Datenhoheit sorgen dafür, dass strategische Absprachen über kritische Infrastruktur ausschließlich unter der Kontrolle der Partner bleiben. Zugleich schützt die Plattform schon heute durch quantenresistente Verfahren davor, dass leistungsstärkere Rechner abgefangene Staatsgeheimnisse künftig entschlüsseln.

Christoph Erdmann, Geschäftsführer von Secusmart
